Bratislava

08.05.1991
Tagesleistung: 19,06 km 1:34:30 Ø 12,1 km/h max. 36,6 km/h
Insgesamt Radtour: 435,89 km, 29:51:14 h
Eher eine kleine Etappe ab Heinburg a. d. Donau
Nach Seitenwindfahrt zum Teil über Holperbeton, über eine Brücke erreichte ich eine Fußgängerzone und Bratislava im Umbruch.

Bratislava

Bratislava

Das Bild stammt von der „Ausfahrt“ auf dem Hinweg fand ich keinen Platz zum fotografieren.Der Umbruch machte sich auch durch Ungleichheiten von Straßennamen und deren Bezeichnungen im Stadtplan bemerkbar.

Das Hotel, das ich fand, war ein Sporthotel bzw. Clubhotel in einem riesigen Stadion, das den Namen eines bekannten Sportvereins trug.
400 Kronen (KCS) = ca. 23.50 DM sind die notierten Übernachtungskosten.
Das erste Abenteuer war die Straßenbahnfahrt bzw. die gescheiterte. Der Fahrer wollte mich nicht ohne Ticket nicht mitfahren lassen, verkaufen konnte er mir auch keins. Sein Finger zeigte allem Anschein nach auf einen Supermarkt mit einer langen Menschenschlange, dort gäbe es Tickets. Wirklich zeigte er auf einen Fahrscheinautomaten, den ich aber erst viel später entdeckte.
So machte ich mich zu Fuß auf den Weg. Im Schaufenster einer Buchhaltung lag ein Wörterbuch Slowensko-nemesky (oder so ähnlich, meine Schrift ist nicht immer eindeutig). Das Karl May mit seinen Erklärungen für Kara ben Nemsi mir auf meinen Reisen helfen sollte, wer hätte das gedacht.
Ich forderte ein Lexikon, der Verkäufer verstand erst als ich ihn auf die Straße und zum Schaufenster dirigierte: „Ah Wörterbuch!“ was sein Kommentar. Während er mit der Kasse beschäftigt war fand ich was ich suchte: Cestorne (Cestovne?) Listok heißt Fahrtkarte. (Listok heißt Karte, gilt auch für die Speisekarte, später war das z. B. in Polen hilfreich.
Die Karten gab es dann nebenan im Cafe, dort gab es aber leider kein Bier. Das Bier, ein für die Gegend typische Schwarzbier, gab es dann in der Stehbierkneipe.
Später gab es Jeniakova Placka, die sich als mit Knoblauch gewürzter Kartoffelpuffer herausstellte, und Beefsteak mit Salat. Puffer, so stellte ich fest gibt es im Osten öfter. Als Nachtisch gab es Palatschinken mit Eis. Den hatte ich auf gut 400 km Österreich, wie ich verwundert feststellte nur in der Suppe gegessen.
Ich hielt mich noch einen weiteren Tag in Bratislava auf, bestaunte die Apotheken und das Apothekenmuseum, besuchte den Hrad, und aß begeistert Pochtuka Demänova, geschnetzeltes Fleisch mit leichter Soße und Quarkknödel.
Vernünftige Karten gab es für die Fahrt entlang der Donau, gleichsam Grenze zu Ungarn nicht. Dennoch wagte ich die Weiterfahrt über Horny Bar nach Gabcikova nach Dunaska Streda.

 

 

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