Chez Robert

guerrande neben chez robert oder webWährend meiner Tage in Guérande, suchte ich die Bar „Chez Robert“ mehrfach am Tage auf. Morgens deckte ich mich in verschiedenen Geschäften in der Rue St. Michel ein und trug sie in die Bar „Chez Robert“, einen kleine Bar direkt gegenüber dem Port St. Michel.

Dort bestellt ich einen großen café noir (Milchkaffee trinke ich grundsätzlich nicht) und frühstückte mit Genehmigung vom Monsieur Robert und oder Madame.
Morgens waren meist ältere Leute da, u. a. glaube ich auch Charlot, der wohl älteste Gast. Jeden morgen kam ein gut gekleideter Mann, bestellt eine petit blanc, legte ein paar Münzen auf die Theke, bestellte einen zweiten, kippte den ersten, trank den nachgeschenkten langsam.

Dann fuhr ich ein wenig mit dem Fahrrad herum, traf abends einige dann einige Leute die in den Salzfeldern arbeiteten sowie Jean-Claude und Paul.

Ich hatte mir vorgenommen für mich und als Geburtstagsgeschenk für einen Freund „echte“ Boule-Kugeln zu kaufen. In Deutschland (zumindest in Braunschweig) konnte man damals ganz leichte und nicht für Turniere zugelassene Kugeln kaufen.

Turniere gab es in Deutschland damals nur ganz wenige, der Deutsche Pétanque Verband war noch nicht gegründet. (siehe Pétanque in Deutschland)

Da jede Kugel ca. 700 gr. wiegt, wollte ich die ca. 4 kg nicht per Rad transportieren, also erst am Ziel kaufen.
In Guérande hatte ich zwei Geschäfte gesehen, eins direkt neben Chez Robert, das andere in der Fußgängerzone.

Meine Fragen, ob es noch weitere Geschäfte gäbe und in welchen ich meine Kugeln kaufen sollte, wurde mit „Ja“ und mit dem Laden in der Fußgängerzone beantwortet.
Jean-Claude erklärte, dass er mit mir zusammen einkaufen wolle. Dann bekäme ich einen guten Preis und ein Cochonnet umsonst. Wir verabredeten uns für den nächsten Tag.
Außerdem zeigte mit Jean-Claude Palets, (siehe Jeu de Palet).
Als ich am nächsten Tag ins Chez Robert kam, war Jean-Claude nicht da. Er kam und kam nicht. Ich wurde ungeduldig. Monsieur Robert und die Gäste waren nicht begeistert, ich war schließlich ein Gast aus Deutschland.
guerande kugelnSchließlich wurde Paul beauftragt mit mir Kugeln zu kaufen. Paul kam mit, zeigte mir den Laden und sagte dann erstmal nichts.
Für die Kugeln meines Freundes hatte ich eine präzise Größen- und Gewichtsangabe. Das war schnell erledigt.
Ich selber wollte große schwere Kugeln. als ich diese ausgesucht hatte, fragte ich Paul. Er riet mir ab. Seine einzige Hilfe ignorierte ich.

Als wir zurückkamen war Jean-Claude da. Er erklärte mir wortreich warum er nicht kommen konnte (ich habe kaum etwas verstanden, aber ich glaube es waren Ausreden)

Als eine Art Entschuldigung wollte er am Abend eine Pétanque-Spiel organisieren. Ich erklärte mit meinen Kugeln zu kommen. Jean-Claude meinte, ich sollte sie ungespielt mit nach Hause nehmen (sie seien „Porzellan“)

Ich ging zu meinem Zimmer und kehrte zur verabredeten Zeit zurück. Jean-Claude war nicht da und kam auch nicht. Vom Boulespiel zurückkehrende Gäste erklärten (z. B. der uralte Charlot), erklärten, dass ich gern mit ihnen hätte spielen können. Schließlich zog ich mit meinen Kugeln ab.

guerrande port st michelAls ich etwas später zurückkam war Jean-Claude da. Inzwischen war ein Boule-Spiel mit Jean-Claude, Paul, Charlot und mir organisiert wurden. So kam ich zu meinem ersten Spiel auf französischen Boden und gleichzeitig mein erstes Spiel mit eigenen echten Kugeln. Es fand an der Stadtmauer statt.

Die Kugeln habe ich noch heute. Und obwohl sie eigentlich zu schwer und zu groß sind, spiel ich hab und zu noch damit.

Einige der Gäste von Robert arbeiten in den Salzfeldern, die ich ein paarmal auch Richtung Strand durchfuhr.

siehe Salzfelder und Strand

 

 

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