Mit dem Bus zum Busjubiläum nach Wendezelle

Termin:
9. Januar, 18 Uhr:
 Vortrag zum 175. Geburtstag von Heinrich Büssing
Referent: Rolf Ahlers, Gemeindeheimatpfleger von Wendeburg
Treffpunkt: Kreuz Braunschweiger Straße, Einmündung Neue Straße, anschließend: Wendezeller Stuben, Braunschweiger Straße 35, 38176 Wendeburg (Beginn des Vortrags ca. 18.45 Uhr)

So stand es auf der Seite „Der Löwe – Portal der Braunschweigischen Stiftungen“ auf Facebook und der Website des Portals.

Für einen Öffi-Fan wie mich ein Ereignis, dass man mit dem Bus anfahren sollte.

Eine Facebook-Recherche nach den Wendezeller Stuben ergab, dass Dienstag Ruhetag sei. Per Anruf konnte ich einer Ansage entnehmen, dass für Veranstaltungen dienstags geöffnet würde. Ich hoffte, dass das auch für die Küche galt und verzichtete auf Abendbrot zuhause.

Die Linie 560 hält nicht weit von meiner Wohnung. Mit dem App der Verkehrs AG war schnell ermittelt, dass ich entweder fast eine halbe Stunde zu früh oder 4 Minuten zu spät in Wendeburg bzw. Wendecelle sein würde. Ich entschied mich für 4 Minuten zu spät.

Der Busfahrer war etwas überfordert, als ich ihn fragte ob ich zu meiner Monatskarte (Stadt BS) einfach eine Fahrkarte abstempeln könnte, außerdem führe er nicht nach Wendezelle. Das hatte ich aber dem Fahrplan-Aushang entnommen. Eine Mitfahrerin erklärte dem Fahrer, dass er durch Wendezelle führe. Wendezelle gehöre seit vielen Jahren zu Wendeburg.

Leider war es schon dunkel, so dass ich nichts von der Umgebung sehen konnte.

In Wendezelle sah ich dann Fackeln im vorrüberfahren. Es war am Kreuz (siehe oben).

Kurz danach hielt der Bus direkt vor den Wendezeller Stuben.

Ich ging zurück zu den Fackeln. Vom Vortrag war nichts zu hören, so voll war es am Treffpunkt. Dass es dort Glühwein gab, erfuhr ich erst später. Der Vortrag war auch gerade zu Ende.

Also zurück zu den Wendezeller Stuben.

Dort gab es Bier und eine kleine Karte. Ich hätte gern etwas anderes gegessen, entschied mich aber für Matjes mit Bratkartoffeln.

Die Begrüßung durch einen Herren, dessen Namen ich nicht (mehr) weiß, fiel recht umfangreich aus. Diverse Promis von Stiftungen, Vereinen und der Politik sowie viele Heimatpfleger wurden begrüßt.

 

 

 

Einige Promis saßen an meinen Tisch. Neben mir saß ein Paar aus Wendezelle. Wenn ich mich recht entsinne der Heimatpfleger von Wendezelle.

Ich kannte nur wenige der Promis.

Das Essen so der Begrüßende, gäbe es erst nach dem Vortrag. Ich hoffte, dass ich dann noch einen Bus erwischen würde.

Der Vortrag von Rolf Ahlers war informativ und mit deutlichen Braunschweiger Akzent. Vieles wusste ich nicht, bzw. nicht so genau.

So wusste ich z. B. nicht, dass immer am ersten Dienstag nach den „Heiligen drei Königen“ eine Veranstaltung am Gedenkstein und in den Wendezeller Stuben stattfand.

 

Auch, dass es eine Auseinandersetzung um den Titel „Erste Buslinie der Welt“ zwischen Wendeburg und Bayern gab, war mir neu. Schließlich erhielt die Buslinie Wendeburg – Braunschweig den Titel „1 Kraftpost-Omnibuslinie der Welt“. In Bayern fuhren nur Personen mit. Der Fahrer war eine Amtsperson und trug eine Armbinde. Allerdings nur wenn Post im Bus war.

Die erste Fahrt fand am 1. September 1904 statt. Der Braunschweig Ex-Oberbürgermeister bemängelte, dass Buslinie nicht Braunschweig – Wendeburg hieß. Braunschweig sei doch größer. Darauf Herr Ahlers: Es würden überwiegend Wendeburger nach Braunschweig fahren, selten Braunschweiger nach Wendeburg.

Ich war – soweit ich mich erinnere – das erste Mal in Wendeburg bzw. Wendezelle.

Aber vielleicht fahr ich noch mal hin. Z. B. um ein Foto vom Gedenkstein zu machen. Das Bild ich von der „Dia-Schau“ abfotografierte, ist nicht besonders gut.

 

 

 

 

 

 

 

Es gab insgesamt vier Buslinien und fünf Busse, einer war für Ausfälle oder Verstärkungsfahrten.

 

 

 

 

 

Neu war für mich auch, dass Büssing nach der Lehre und nach seinem 18. Geburtstag auf Wanderschaft ging. Da er nur wie ich eine Volksschule besucht hatte, war er im Anschluss an die Wanderjahre Gasthörer an der Carolo-Wilhelmina. Zurück nach Nordsteimke in die Schmiede seines Vaters wollte er nicht. Er gründete erst mit Ungnade und dann mit Jüdel Eisenbahnsignal-Bauanstalten. Die mit Jüdel wurde später von Siemens übernommen. Mit 60 Jahren gründete er die „Heinrich-Büssing-Spezialfabrik für Motorwagen und Motoromnibusse“. Vor vielen Jahren war ich auf einer Tagung in Stuttgart. Ein Abendessen nahm ich in einem Lokal ein. Am Nachbartisch saßen einige Spediteure, die sich lobend über die Büssing-LKWs aussprachen.

In neuerer Zeit gab es eine Reihe von Jubiläumsfahrten in einem Nachbau des ersten Busses, eine führte auch Nordsteimke an vorbei.

Ich habe mir keine Notizen gemacht, daher ist der Bericht unvollständig. Vieles findet sich auch auf Wikipedia. Und es waren auch genügend Journalisten da, die einen Bericht liefern werden.

Auch verzichte ich auf weitere Fotos von den Vortragsbildern, in der Hoffnung die hier eingefügten verletzen keine Urheberrecht.

Nach dem Vortrag gab es das leckere Essen und ein Gespräch mit Herr Heitefuß.

Der einzige Wermutstropfen war, dass ich das Bierglas des Hauses nicht erwerben konnte.

Ich erreichte einen Bus nach Hause.