Böhmischer Wald – Moldau-Stausee – Horní Planá

Bergauf zur Grenze war es noch ein wenig beschwerlich. Oben fand ich einen Hinweis zum Dreiländereck Deutschland – Österreich – Tschechoslowakei.

Die letzten Meter fuhr ich auf einen Rad- und Fußwanderweg. Der Grenzübergang war – soweit ich mich erinnere – unproblematisch. Dann ging’s bergab.

Ich erinnere mich, dass ich als ich durch den menschenleeren Böhmischen Wald hinunterglitt überlegte, dass hier vielleicht vor nicht allzulanger Zeit auf DDR-Bürger geschossen wurde, die über die Grenze wollten.

Ich kam an einem Bahnhof vorbei, an dem die Züge endeten. Einige Sommerfrischler, die an einem wartenden Zug verbreiteten eine gute Stimmung.

Ich fuhr weiter bergab.

Im ersten Ort versuchte ich tschechische Kronen zu bekommen. Das war aber nur mit Kreditkarte möglich. Die hatte ich nicht. Also ging ich an meine DM-Reserve und tauschte etwas um. Mal wieder ein Devisenproblem.

Bei der Weiterfahrt kam ich zu einer riesigen Seenplatte. Wie meine aktuellen Recherchen ergaben, war das der Moldaustausee.

Ein etwas längerer Radweg führte mitten durch den Stausee. Auf halber Strecke durch den See fing es plötzlich an zu regnen. Bevor ich meine Regenbekleidung angezogen hatte, war ich schon platschnass.

Hinter dem See in Horní Planá war ein großes Hotel. Alles belegt.

In einer Dorfkneipe zog ich mir auf der Toilette trockene Sachen an.

Bei der Weiterfahrt sah ich ein Schild Zimmer zu vermieten.

Ich bekam ein ganzes Haus mit Ofenheizung und einen Kasten Bier sehr günstig.

Was der Vater des Vermieters nicht so fand.

Er war beim Abpacken meines Fahrrads dabei. Ich entdeckte, dass mein Gepäckträger an einer Stelle abgebrochen war.

Der Vater erklärte: „LPG!“ baute den Gepäckträger, verschwand für einige Zeit, kam mit dem geschweißten Teil zurück und baute es wieder an.

Nach der Bezahlung gefragt erklärte er, dass sei im Mietpreis mit drin.

Da der Mann nur tschechisch sprach, interpretiere ich das nur.

Am nächsten Tag weiter nach Český Krumlov und Budweis.