Paris-Nizza

Drei Züge sollten mich nach Nizza bringen. Beim ersten (ICE) von Braunschweig nach Mannheim ging noch alles glatt, der zweite (ICE) nahm (wegen Bauarbeiten) eine andere Strecke und kam 35 Minuten später. „Macht nichts“ meinte der Kondukteur, „es fährt mindestens jede Stunde ein Zug.“ Aber vielleicht schaffe ich es noch. Ich solle aber die Metro nehmen, nicht die RER, das sei schneller.
Schneller oder nicht. Ich stieg gerade an der Station Bastille um, als mein TGV nach Nizza gerade abfuhr. Leider konnte ich erst um 15:46 Uhr (statt 13:46) weiterfahren, allerdings gelang es mir eine Platzreservierung zu ergattern. Und am Garne de Lyon ein Flammkuchen zu essen.

Zwei Stunden später (um 21:17 Uhr) in Nizza wartete die nächste Überraschung. Meine

Die Hotelreservierung im Hotel Choiseul

war zwar noch gültig, allerdings wurde ich im Nachbarhotel „Medicis“

untergebracht. „Die gehören zusammen“, wurde mir erklärt, das Hotel Medicis sei zudem besser! Das erste stimmt, das zweite kann ich nicht überprüfen. Bei Google ist übrigens die Adresse des Medicis für das Choiseul angegeben: Rue Hérold.

Frühstück gab es zudem im zum Hotel Choiseul gehörenden „Sunrise Café.“
Das Hotel war okay. Das Frühstücksbuffet war naja: Kochschinken, eine Sorte Schnittkäse. Joghurt und Apfelmus im Plastikbecher. Honig, diverse Marmeladen und Nusscreme in Portionsdöschen. Milch für Cornflakes. Brötchen und Croissants. Petit déjeuner einmal anders
.
Das Zimmer war okay. Das Bett war für einen Vollschlanken etwas schmal,

gleiches gilt für die Nische mit dem Klo.

Das Hotel ist zwar nur wenige Meter vom Bahnhof entfernt, aber trotzdem war hier nach 21.00 Uhr „tote Hose.“ Nicht nur das „Sunrise“ war dann schon zu. Tagsüber waren ein paar Cafe-Bars und Brasseries offen. In einer Brasserie aß ich ein ganz gutes Menü. Richtung Bahnhof zu gehen empfahl sich nicht. Der Weg von der Straßenbahn zum Hotel am Bahnhof

vorbei, führte an merkwürdigen Gestalten und an ein paar Damen vorbei, die hier scheinbar abends immer standen.
Am zweiten Abend war eine Brasserie Ecke Rue d’Angleterre

(sehr spät) ganz nett, am dritten war die Theke mit Betrunkenen besetzt.
Am ersten Abend ging ich nur noch in eine Pizzeria ein paar Querstraßen weiter Richtung City.
Der Weg von Rue Hérold in die City bzw. zum Place Masséna ist nicht weit, eine knappen Kilometer und je nach „Gangart“ und ausgewählter Strecke 10-20 Minuten. Da auch ein Bus von der Ecke Avenue Thiers / Boulevard Gambetta fuhr und ich die Strecke

mehrfach benutzte, holte ich mir ein 7-Tage-Ticket. Dies war allerdings nicht so einfach. Es gab zwar Automaten, die nahmen aber nur Münzen oder die Carte Banque (CB), keine Master-, Visa- oder Eurocard und keine Scheine. Das Büro der „Ligne d’azur“ fand ich erst mit Hilfe des Hotelpersonals in den Arkaden am Place Masséna.

Die Buslinie 7 fuhr allerdings nach 20:00 Uhr selten bis gar nicht, die Strecken des Nachtbusses sind mir ein Rätsel geblieben. So blieb abends spät entweder die Tram (mit gut 200 m Fußweg am Bahnhof entlang) oder der ganze Weg zu Fuß. Tagsüber sind die Busverbindungen gut. Es gibt Busspuren!
Und es gibt Radspuren

(bzw. –Wege),

dazu Leihräder von vélobleu

ähnlich wie in Paris.

Nizza hat mir gefallen. Eine Großstadt mit etwa 350.000 Einwohnern, einer schönen Altstadt

mit engen Gassen,

dem Blumenmarkt,

den Parkanlagen

und Brunnen

zwischen dem „Théâtre de Verdure“ und dem Busbahnhof.

Darunter wurde das Flüsschen Paillon ebenso eingebuddelt wie die Oker in Braunschweig. Die Oker wurde aber etwas 100 Jahre früher vergraben, auch gibt es darüber keine Parkanlagen. Der Grund war derselbe: Man wollte Überschwemmungen im Stadtgebiet vermeiden.
Was außer dem ständig gutem Wetter (das manchen sogar zu heiß ist) Nizza (unter anderen) von Braunschweig unterscheidet ist der Strand.

Braunschweig hat keinen (bis auf ein Bisschen Okerkabana). Allerdings hat mich der Strand an der „Engelsbucht“

nicht besonders begeistert. Ein (meist schmaler) Streifen mit dicken Kieselsteinen zwischen der „Promenade des Anglais“ bzw. dem „Quai des Etat-Unis“ und dem Mittelmeer (bzw. der „Engelsbucht“) war so gar nicht nach meinem Geschmack. Hinzukommt, dass direkt am Wasser plötzlich steil bergab geht und man zu dem in den Kieseln versinkt. Ich liebe es mit den Füßen im Meer am Strand zu laufen. Mein Versuch dies hier zu tun hat meinen Rucksack und meinen Fotoapparat in große Gefahr gebracht.

lutz nizza

Ich habe den Strand dann gemieden – bis auf ein kleines Pflichtbad am Montag. Ich wusste schon immer, dass das mit den Engeln einen Haken hat.

Da ich vor allem wegen der 1. Europameisterschaft im Pétanque nach Nizza gereist war (siehe Links am Ende des Artikels), habe ich das eine oder andere sicher nicht gesehen.

lutz nizza2

Ich war nicht an der russischen Kathedrale, in keinem Museum, und bin auch nicht die Treppen hinauf gestiegen. Ich habe weitgehend das gesehen, was man in den Spielpausen vom Espace Masséna und Jardin de Albert 1er (über dem vergrabenen Paillon) aus erlaufen kann.

Am Montag habe ich dann außer dem Bad in der Bucht auch noch den kleinen Hafen besichtigt.

Hier fahren vor allem Fähren nach Korsika

und lagern mondäne Jachten. Ich habe auch die Schnellbote nach Cannes und … gesucht. Aber hier hatte ich meinen Reiseführer nicht richtig gelesen: dies ist ein Angebot der Fluggesellschaft Air France für seine Passgiere.

Zu essen gibt es weitgehend Pizza, es gibt ein paar Restaurants mit „cuisine niçoise“ aber vor allem die von meinem Reiseführer als „lecker und magenfüllend“ beschriebene „socca“

suchte ich lange vergebens. Am Montagabend fand ich dann ein kleines Restaurant und ein weiteres mit Selbstbedienung

mit socca, das erste war voll, am zweiten war eine lange Schlange. Am Dienstag pilgerte ich dann zum Selbstbedienungsrestaurant und wurde gleich bedient. Mein Urteil „essbar und magenfüllend“.

Nizza nochmal irgendwann? Vielleicht!
Der Rückweg über Paris mit Übernachtung verlief einigermaßen geplant. Das Comfort-Hotel war ein wenig witzig, vor allem das Zimmer

und der Fahrstuhel.

Zunächst hatte es den Eindruck, als hinge der Fahrstuhl an der Wand

, aber er wurde auf einer Säule auf und ab bewegt.

Das Abendessen im „La Forge“ musste zum Abschluss sein.

Zu EM im Pétanque siehe einige Berichte auf
http://www.petanque-dpv.de/ 

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