Das Scheitern der Sondierung

20.11.2017

Wenn man etwas älter wird, wacht man nachts ab und zu mal auf. Wenn ich aufwache, schalte ich zum wiedereinschlafen oft den Fernseher ein.

So kam es, dass ich das Scheitern der Sondierung für das Jamaika-Bündnis aktuell mitbekam.

Ich hatte immer damit gerechnet, dass die CSU die Gespräche scheitern ließ um des dann den Grünen in die Schuhe zu schieben.

Nein, es war die fdp!

Es hatte sich zwar angedeutet in „Gerüchten“, die fdp hätte die CSU teilweise rechts überholt.

Die Begründung war aber entlarvend. Ich weiß nicht mehr genau den Wortlaut. Aber es war die Rede davon, eine Modernisierung Deutschlands sei mit Jamaika nicht möglich.

Wenn die fdp von Modernisierung spricht, meint sie den weiteren Umbau Deutschlands zugunsten der Reichen und wirtschaftlich Mächtigen.

Ich war während der „Freiburger Zeit“ der F.D.P. Mitglied dieser Partei, und zwar ein aktives. Das eine oder andere habe ich mit angestoßen, einiges wie den Gaußberg-Durchbruch mit verhindert.

Die FDP war vor Freiburg (also zur Mende-Zeit) eine Partei, die sich den wirtschaftlichen Interessen ihrer Klientel verpflichtet fühlte. Die Freiheit des Geldes war ihnen wichtiger als die Freiheit der Bürger. Des Manchester-Kapitalismus

Das hatte sich mit den „Freiburger Thesen“ geändert. Aber auch damals, waren in der Partei Kräfte am Werk, die eine Interessenpolitik von Wirtschafts- aber vor allem Handwerksverbänden wollten. Ich habe das selbst erlebt.

In der Nach-Freiburgzeit waren es dann die sog. Leitenden Angestellten.

Bis auf wenige Freiheitliche hatte die fdp keine Liberalen mehr, mit mir sind die meisten ausgetreten.

Wenn es diese Abkürzungen für Parteien nicht schon geben würde wäre MKPD für Manchester Kapitalistische Partei Deutschland oder KPD für Kapitalistische Partei Deutschland m. E. bessere Namen.

Die fdp hat zunächst in Niedersachsen, nun in der gesamten BRD bewiesen, dass sie eine andere Republik will. Eine sog. „moderne“, die nicht an Demokratie, Freiheit der Bürger und sozialer Gerechtigkeit ausgerichtet ist, sondern an die Freiheit des Geldes, der Ausbeutung und sozialer Ungerechtigkeit ausgerichtet ist.

Die verschiedenen Schreibweisen der Partei sind beabsichtigt. Die Mende-FDP war die Partei ohne Punkte. In der Freiburger Zeit wurden bewusst Punkte hinter den Buchstaben gesetzt. Nach dem Wandel in eine Unternehmerpartei wurde zeitweiser alles klein geschrieben, manchmal mit einem .de dahinter.